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Zu seinem 20-jährigen Bestehen will der inzwischen weit über die Grenzen Dresdens und Deutschlands hinaus bekannte Chor „Vocal Concert Dresden“ mit einer Reihe von vier unterschiedlichen Veranstaltungen begehen. Den Anfang macht am Sonnabend, dem 14.09.2013, ein Konzert mit Orchester um 17 Uhr in der Loschwitzer Kirche. Das Konzert wird von MDR Figaro aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet.

Statt eines einzelnen Events soll mit der Auftrittsreihe vor allem die Kontinuität der Arbeit des Chores und seine erlangte Vielseitigkeit und Qualität dargestellt werden. Die Festkonzerte finden innerhalb von sechs Wochen statt (weitere Termine siehe nächste Seite), so dass sie eine Einheit bilden, aber auch genug zeitlichen Abstand zueinander haben, um als Einzelkonzerte wahrgenommen und besucht werden zu können.

Die Loschwitzer Kirche in Dresden ist die künstlerische Heimstatt von Vocal Concert Dresden – auch wenn diese als solche nicht festgeschrieben ist. Seit der Eröffnung der wiedererrichteten Barockkirche 1994 tritt der Chor jährlich mehrmals dort auf.
Die Entdeckung und Wiederaufführung von Werken des ehemaligen Dresdner Hofkapellmeisters Johann Gottlieb Naumann hat in der Geschichte des Chores lange eine besondere Rolle gespielt. „Der 103. Psalm“ gehört zu den schönsten geistlichen Werken Naumanns, weshalb ihm wieder eine größere Bekanntheit und Popularität zu wünschen wäre. Er soll als Referenz an das bisher für Naumann an dieser Stelle Geleistete erklingen. Unvergessen sind die Wiedererstaufführungen einiger seiner Messen, Psalmen, der „Pellegrini“ und seiner Festa teatrale „Amore giustificato“ in halbszenischer Präsentation.

Das Jubiläumskonzert wäre jedoch untypisch, würde nicht auch ein neues, also bisher ungehörtes Werk präsentiert. Es soll hier erstmalig eine Messe von Naumanns Amtsnachfolger Ferdinando Paër präsentiert werden. Nach nur kurzer Amtszeit in Dresden – in der u. a. die Oper „Leonora“ entstand, die vor allem dadurch Berühmtheit erlangte, dass sie Vorbild für Beethovens „Fidelio“
war – berief Napoleon, der neue Herrscher Europas, Ferdinando Paër nach Paris. Ein Vorgang, den man fast als eine Art „kulturelle Beschlagnahmung“ bezeichnen könnte. Im Jahr 1811 komponierte Paër seine zweite und letzte Messe, die er Napoleon zueignete. Im dazugehörigen Offertorium wird dem Kaiser auch entsprechend gehuldigt: „Napoleone!“ tönt es auf bedeutungsvollem Akkord.
Im Herbst 1813, fast genau vor 200 Jahren, endete in der heute als Völkerschlacht titulierten Schlacht die Ära Napoleon und das Bündnis mit dem Königreich Sachsen. Geblieben ist eine Musik, die eine einzigartige Mischung aus italienischen, deutschen und französischen Einflüssen in sich vereinigt. Sämtliche Informationen unter www.vocalconcert.de

FESTKONZERT
14. September 2013, 17.00 Uhr
Dresden, Loschwitzer Kirche
Naumann & Paër