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Die Bayerische Staatsoper befindet sich kurz vor der Wiederaufnahme von Dialogues des Carmélites in einem Gerichtsverfahren mit den Erben von Komponist Francis Poulenc und Librettist Georges Bernanos. Die Nachkommen sind der Auffassung, dass die Umsetzung der Schlussszene durch den Regisseur Dmitri Tcherniakov das Werk von Bernanos und Poulenc abwandelt und entstellt. In der Neuinterpretation des russischen Regisseurs, die im März 2010 Premiere hatte, rettet die Hauptfigur Blanche de la Force ihre Mitschwestern vor dem Tod und kommt als Einzige ums Leben.

Vor einem französischen Gericht ist eine Klage anhängig, mit der weitere Aufführungen in dieser Inszenierung untersagt werden sollen. Nach Meinung der Erben muss der Märtyrertod aller Nonnen zwingend szenisch umgesetzt werden. Ansonsten würden Deutungsmöglichkeiten eröffnet, die der Kernaussage des Werkes nicht gerecht würden. Mit einer Entscheidung des Gerichts vor der Wiederaufnahme ist nicht zu rechnen. Die Wiederaufnahme von Dialogues des Carmélites ist allerdings nicht gefährdet.

Auf Wunsch der Erben nimmt die Bayerische Staatsoper einen Hinweis auf das laufende Gerichtsverfahren in die Programmbücher auf und informiert die Presse entsprechend.

Dialogues des Carmélites, Nationaltheater München
So 28.10.2012, 18 Uhr
Do 01.11.2012, 19 Uhr
So 04.11.2012, 19 Uhr