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Dieses persönliche Credo eines der meist geschätzten Kameramänner des modernen Kinos zieht sich durch sein gesamtes Werk. Neben seinen eigenen Regiearbeiten, zeichnet er für zahlreiche, zum Teil preisgekrönte, Arbeiten hinter der Kamera verantwortlich, bei denen er mit so unterschiedlichen Regisseuren wie John Turletaub, Joe Roth, Judd Apatow, Nick Cassavetes, George Clooney und Alexander Payne (sowohl bei dessen „Sideways“ von 2004 als auch 2011 beim Oscar-Gewinner „The Descendents“) zusammenarbeitete. Seine scheinbar mühelose Fähigkeit, sich auf die unterschiedlichsten und oft gegensätzlichen Methoden des visuellen Erzählens einzustellen – von Gore Verbinskis präzise quadrierten Szenen bis zu James Mangolds organischer Erzählweise – haben ihn zu einem der gefragtesten Kameraleute seiner Generation werden lassen.

Der in Griechenland geborene Neffe von John Cassavetes ist Absolvent der Münchener Universität und zog mit 21 Jahren nach New York, um dort seine Karriere als Fotojournalist fortzusetzen und sich im Filmgeschäft zu etablieren. Er fand in Roger Cormans Mini-Studio die idealen Bedingungen vor, um mit AFI Kamera-Studenten wie Wally Pfister „Inception“, Janusz Kaminski „Saving Private Ryan“ und Mauro Fiore „Avatar“ erste Filmprojekte zu realisieren. Cormans einzige Vorgabe war, dass die Dreharbeiten zügig ablaufen sollten und so genossen Papamichael und seine Crew viel kreative Freiheit.

„Was große Kameraleute auszeichnet, ist eine Zurückhaltung, der psychologischen Entwicklung des Protagonisten zu folgen.“ Kameramann Haris Zambarloukos über Phedon Papamichael

Vilmos Zsigmond stellte Papamichaels einfühlsamen Umgang mit Licht als seine herausragende Qualität hervor. Andere schätzen seine technische Versiertheit und seine große Ruhe und Sicherheit am Set. Oliver Stone beschrieb ihn einst als „die Kraft, die uns zusammen hielt“, ein weiteres Merkmal eines souveränen Kameramannes.

Das Filmfest Oldenburg freut sich im Rahmen einer sechs Filme umfassenden Retrospektive die Weltpremiere seiner aktuellen Regiearbeit Lost Angeles präsentieren zu dürfen. Die Werkschau zeigt Arbeiten als Regisseur und als Kameramann und beinhaltet unter anderem Wim Wenders The Million Dollar Hotel, der 2000 die Berlinale eröffnete und einen Silbernen Bären gewann. Weitere Werke, die im Rahmen der Retrospektive gezeigt werden, sind seine dritte Regiearbeit From Within ein psychologischer Horrorfilm, der beim Tribeca Festival 2008 Premiere hatte und mehrfach auf Festivals ausgezeichnet wurde. Diane Keatons Regiedebüt von 1995 Unstrung Heroes mit Andie McDowell ist eine weitere Kamera-Arbeit Papamichaels, die in Cannes Premiere feierte. Zwei seiner vier Arbeiten mit Regisseur James Mangold – der Oscar-Gewinner von 2006 Walk the Line mit Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon und 3:10 to Yuma mit Russell Crowe und Christian Bale runden die Retrospektive ab.

Phedon Papamichael wird vom 12. bis zum 16. September zu Gast in Oldenburg sein und seine Filme dem Publikum präsentieren.