Dass der Mensch gern spielt, liegt in seiner Natur und noch mehr, dass jeder Mensch andere Fähigkeiten, Vorlieben und Interessen bei Videospielen hat. Dabei dürfte jeder beim Spielen schon einmal an seine Grenzen gestoßen sein. Sei es beispielsweise, weil kein passender Schwierigkeitsgrad zur Verfügung steht, die Zeit für komplexe Rätsel fehlt oder die Anleitung unverständlich ist. Für Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen sind die Barrieren bei der Nutzung von Computer- und Videospielen häufig noch um ein Vielfaches höher.
Der Verein Videospielkultur e.V. wird sich zum Abschluss der Veranstaltungsreihe GAME & TALK der Frage annehmen, inwieweit barrierearmes oder inklusives Spielen möglich ist. „Ziel der Veranstaltung ist es aufzuzeigen, dass “Game Accessibility” thematisch nicht auf körperliche oder geistige Einschränkungen begrenzt ist und dass die Lösungsansätze die Benutzerfreundlichkeit für alle Spieler verbessern können“, so Janine Smitkiewicz, Projektleiterin und Vorstand Videospielkultur e.V.
Der Thementag „Game Accessibility – Wie ist barrierearmes Gaming möglich?” findet am 18. Februar 2012 gemeinsam mit dem Kooperationspartner MOP – Integrativer Jugendtreff in dessen barrierefreien Räumlichkeiten in der Fallmerayerstr. 2 in München statt. Der Verein Videospielkultur e.V. lädt von 14 – 20 Uhr alle Interessierten herzlich dazu ein, sich spielerisch dem Thema Game Accessibility anzunähern und mehr über die Lösungsmöglichkeiten zu erfahren. Die kostenfreie Veranstaltung richtet sich vor allem an Pädagogen/Pädagoginnen, Eltern, Studenten/Studentinnen und Jugendliche.
Im Mittelpunkt der GAME & TALK Veranstaltung steht ein Showcase mit ausgewählten Video- und Computerspiel-Stationen, an denen Spielebarrieren aufgezeigt und positive Beispiele, wie diese Barrieren umgangen werden können, angesehen und gespielt werden. Kernstück des Thementages ist außerdem ein Impulsvortrag von Sandra Uhling, die sich seit 2008 diesem Thema ehrenamtlich widmet und eine Einführung in das Thema Game Accessibility gibt.
Weiterhin werden die Initiatoren des Spiele-Systems Genesis der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg ihr neues Projekt zur Augensteuerung von Computerspielen vorstellen. Im Anschluss lädt der Verein Videospielkultur e.V. zu Diskussionen, zum offenen Austausch und Spielen ein.
„Computer- und Videospiele sind in unserer multimedialen Gesellschaft nicht nur für Kinder und Jugendliche ganz selbstverständlich Teil des lebensweltlichen Alltags. Und die Teilhabe von beeinträchtigten Menschen hört ja nicht beim barrierearmen Zugang zu den Öffentlichen Verkehrsmitteln auf, sondern sollte möglichst in jedem zentralen Lebensbereich realisierbar sein. Unterstützende Technologien, leicht verständliche Sprache oder bedarfsgerechte Einstellungsmöglichkeiten sind Hilfen, die für alle Menschen Spiel und Spaß an Games ermöglichen können”, so Fabian Heller, Sozialpädagoge und medienpädagogischer Verantwortlicher des MOP Integrativer Jugendtreff.
„Gerade das Thema „Barrierefreiheit“ ist unter der Maßgabe der Inklusion nicht lediglich auf den sozialen Bereich beschränkt. Da Spielen ein elementares Erlebnis ist, und der Grundgedanke der Inklusion – hier die soziale Teilhabe – ein spielerisches Miteinander erst ermöglicht, ist diese Veranstaltung ein aktueller und gelungener Abschluss unserer Veranstaltungsreihe „Game&Talk“. In Deutschland gibt es ca. 10 Millionen Menschen mit Behinderung – unsere Vision ist es, ihnen dieselbe Spielfreude zu ermöglichen”, so Alexander Buck, stellvertr. Projektleiter und Vorstand Videospielkultur e.V.
Aufgrund des begrenzten Platzkontingents wird um rechtzeitige Anmeldungen unter info@videospielkultur.org gebeten.
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